Während meiner Reisen nach Persien habe ich die feinen Köstlichkeiten des Morgenlandes kennen- und lieben gelernt. Nun habe ich meinen Geburtstag zum Anlass genommen, um wieder einmal selbst persisch zu kochen. Ich koche nach den Rezepten von Neda Afrashi, die ein wunderschönes Buch über die persische Küche geschrieben hat: „Der ganze Zauber des Orients“.
Wenn man zum Essen in ein persisches Haus eingeladen wird, biegen sich buchstäblich die Tische. In Schälchen und Schüsselchen bekommt man zuerst Pistazien, Datteln, Obst und Konfekt zum Tee serviert.

Ist man davon eigentlich schon satt, beginnt erst das tatsächliche Essen, das keine feste Abfolge von einander ablösenden Gängen kennt, sondern es werden immer mehr verführerische Gerichte aufgetragen, bis am Ende kein freies Plätzchen mehr am Tisch übrig bleibt.

Die persische Küche ist sehr mild, kennt praktisch keine Schärfe und geht äußerst sparsam mit Gewürzen um (hauptsächlich Kurkuma und Safran). Ich habe den Eintopf „Xoresht-e Fesenjan“ (mit Ente und Walnusssauce) gekocht, ein Gericht für ganz besondere Anlässe, bei der die Walnusssauce über fünf Stunden lang dahinköchelt und ein ganz wunderbares Aroma entwickelt.

Die Zubereitung des berühmten persischen Reises (Chelou) mit der Kruste am Topfboden (Tahdig) nimmt weit mehr als eine Stunde in Anspruch und ist gar nicht so leicht, aber es lohnt sich in jedem Fall.

Für die weich gedünsteten Speisen braucht man kein Messer, es wird nur mit Löffel und Gabel gegessen.

In Persien habe ich die süßesten und saftigsten Granatäpfel genossen. Für die Tischdekoration habe ich sie mit Bouillondraht und Glitzerblättern aufgehübscht. Die Servietten sind zu einer eleganten Lilie gefaltet.

Die Rose findet man auf den prächtigen Fliesenmalereien in den Palästen Teherans. Ich habe sie auf meiner Festtafel zusammen mit der Wachsblume in Silbervasen arrangiert.

Auf einer persischen Tafel darf ein bisschen Kitsch, wie diese handbemalten Gläser, ein Abschiedsgeschenk von unseren persischen Freunden, auf keinen Fall fehlen.

Zum Abschluss möchte ich dir noch einen kleinen Einblick in mein Leben in Teheran gewähren.
Meine Lebensmitteleinkäufe habe ich am liebsten am Bazar „Tadrjish“ erledigt. In dieser „anderen Welt“ konnte ich mich als Europäerin auch alleine völlig unbehelligt bewegen und wurde von den freundlichen Verkäufern zu allerlei leckeren Kostproben eingeladen.

Wir haben ganz reizende Menschen kennengelernt, die trotz der schwierigen politischen Situation ausgelassen mit uns gefeiert und getanzt haben und von denen wir uns nach zwei Jahren tränenreich verabschiedet haben. An meinem Geburtstag habe ich mich gerne an unsere Zeit im zauberhaften Orient zurückerinnert.

Chodâ fez und alles Liebe!

Christine

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